Ernährung – Was kommt bei uns auf den Teller?

Essen, als genussvolles, freudiges und entspanntes Gemeinschaftserlebnis ist eine sehr schöne Erfahrung der Kinder bei allen Mahlzeiten im Kinderhaus. Eine gesunde Ernährung bietet eine bedeutende Grundlage für das körperliche, aber auch seelisch-geistige Heranwachsen eines Kindes.

Unsere erfahrene Küchenfachkraft Ramona Junker bereitet zusammen mit Hauswirtschaftsmeisterin Katherine Meßling täglich frische und ausgewogene Gerichte nach Kriterien gesunder Vollwertküche zu.

Ernährung im Campus Kinderhaus

Was kommt auf den Tisch?

Täglich gibt es frisch zubereitete, gemüse- und obstreiche Vollwertkost. Hierfür werden Produkte in Biolandqualität aus der Region und frisch gemahlenes Getreide verwendet. Alle Gerichte werden kochsalzarm und zuckerreduziert zubereitet. Einmal wöchentlich steht Fleisch und Fisch auf dem Speiseplan. Religiös bedingte Ernährungsvorgaben und auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten von Kindern werden beiden Essensangeboten berücksichtigt. Eiweißhaltige Produkte, wie z.B. Milch, Quark, Käse und Eier werden mit pflanzlichen Eiweißprodukten ergänzt.

Der tägliche Nachtisch, eine Quarkspeise mit Obst, ein selbstgemachter Pudding oder im Sommer frischzubereitetes Eis wird freudig genossen. Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist ein wichtiger Ernährungsbaustein. Wir ermöglichen den Kindern sich zu jeder Zeit, Wasser, auch ungesüßten Tee, aus einem Krug einzuschenken, was sie natürlich freudig üben.

Wann gibt es was? Die täglichen Mahlzeiten

Zum Frühstück, ab 8:00 Uhr können die Kinder der Rotkehlchen- und Blaumeisen-Gruppe zu jeder Zeit an einem vorbereiteten Frühstückstisch im Gruppenraum Platz nehmen und Vollwertbrot, oft in der Kinderhausküche gebacken, mit Butter, Aufstrich, Käse oder etwas Marmelade bestreichen und genießen. Alternativ wird an manchen Tagen Müsli mit Joghurt und Obst angeboten.

Nun haben wir auch ein Bistro

In der Küche des Kinderhauses sind die Kinder der Blaumeisen- und Rotkehlchen-Gruppe täglich von 8:00 bis 9:30 Uhr eingeladen, sich am Frühstücksbuffet zu treffen und sich aus einer ansprechend präsentierten Auswahl von Lebensmitteln zu bedienen.

Regelmäßig stehen in der Kinderhausküche auch frisch gebackenes Vollwertbrot, frische Eier von hauseigenen Hühnern, Aufstriche, Marmelade und Käse oder Müslizutaten, wie zum Beispiel Getreide zum Selberflocken, bereit.

Es ist zu beobachten, wie sehr es die Kinder wertschätzen, selbstbestimmt in der Küche zu agieren und die Angebote dort genießen.

Eine pädagogische Fachkraft begleitet die Frühstücksphase und unterstützt die Kinder zum Beispiel am Getreideflocker, reicht Frisches nach und unterstützt die Kinder beim Schneiden von Obst und Gemüse und wo immer es sinnvoll ist. Natürlich ist die Fachkraft auch eine aufmerksame Zuhörerin und Gesprächspartnerin der Kinder. Eine wertvolle Erfahrung, das Frühstück im Bistro, ein Genuss für Klein und Groß!

Zum morgendlichen Essensangebot gehört auch ein „Snack“, ein Teller mit buntgemischten Obststückchen.

Die jüngsten Kinder der Einrichtung in der Gruppe der Grünspechte frühstücken gemeinsam um 9:00 Uhr im Gruppenraum in einer vorbereiteten Essecke an kleinen Tischen. Zum Mittagessen gehen die Kinder der Blaumeisen – und Rotkehlchengruppe in Kleingruppen in die Küche. Nach einem gemeinsamen Tischspruch bedienen sie sich selbständig aus den dort bereitgestellten Schalen mit Gemüse und Salaten, ergänzt mit Getreide- und Kartoffelprodukten und zweimal wöchentlich zubereiteten Fisch-, bzw. Fleischgerichten. Ein Nachtisch steht täglich auf dem Speiseplan.

Auch nachmittags, nach der Ruhe- bzw. Schlafpause, gibt es den Snackteller mit Obst.

Bei uns gibt es auch: Tischsitten! Natürlich sind sie dem Alter der Kinder angemessen, denn das Essen soll Freude machen und entspannt verlaufen. Während manche von den Jüngsten noch mit den Fingern essen, machen manche Älteren schon Erfahrungen mit Messer und Gabel, falls sie das möchten. Auch die anderen Regeln prägen sich schnell ein:

  • „Jeder darf nur vom eigenen Teller essen!“
  • „Jeder darf sich gerne 2-mal nehmen, als zu viel auf einmal.“
  • „Wer satt ist, reinigt seine Finger an seiner kleinen Stoffserviette.“
    (Die angefeuchtet und gefaltet neben jedem Essplatz bereitliegt.)

Was es bei uns nicht gibt

Auf künstliche Aromastoffe, Lebensmittelfarbstoffe, Stabilisatoren und Fertigprodukte wird bei uns verzichtet. Natürlich erhalten Kinder mit bekannten Allergien oder besonderen Essenseinschränkungen täglich entsprechende Alternativangebote.

Süßigkeiten, Bonbons oder Schokoteilchen gehören bei uns nicht zum Alltagsangebot. Selbstgebackene Kuchen und Waffeln bleiben Besonderheiten bei Festen. Auch bei Festen und Feiern haben wir andere spielerische Gestaltungselemente, als Essen und Süßigkeiten.

Es gibt bei uns keinerlei Esszwang: Ein Kind entwickelt bei „seiner Arbeit“ Appetit und freut sich auf das Essen, falls es nicht durch Süßigkeiten abgelenkt ist. Allerdings ist die Nahrungsmenge, die Kinder verzehren und die geschmackliche Ausrichtung von Kind zu Kind verschieden und auch von Entwicklungsphasen abhängig. Darum dürfen sie bei uns eigenständig entscheiden, wie viel und was sie möchten. Erstaunlich ist, wie sehr sie die Gemeinschaft mit anderen Kindern anregt, mehr Gerichte auszuprobieren und zu akzeptieren.

Wir bieten keine ganzen Nüsse an, da Kinder unter 3 Jahren aufgrund von mangelndem Kauvermögen und dementsprechender fehlender Einspeichelung daran ersticken könnten.

Die Küche: Nahrungszubereitung und Essen – ein Bildungsangebot

Neben der Freude am gemeinsamen Essen, ist besonders die Küche im Kinderhaus, – sind die Küchenzeilen in den Gruppen, – wertvolle Orte für vielfältige Bildungserfahrungen. Das lustbetonte Tun in Erwartung eines leckeren Gerichtes und der Stolz, etwas beizutragen, sind für die Kinder zutiefst beglückend, stärkend in ihrem Selbstbewusstsein, ihrer Lebensfreude und ein ideales Feld für Gemeinschaftserfahrungen. Daraus ergeben sich leicht und selbstverständlich vielfältige Lernerfahrungen in der Küche:

  • Das Üben der Fingermotorik (Feinmotorik), die beim Reinigen, Schneiden, Verrühren und Anrichten der Lebensmittel trainiert wird.
  • Zählen, Abmessen und Mengenzuordnen sind mathematische Grunderfahrungen, die praktisch geübt werden, bevor sie abstrahiert, verinnerlicht werden können.
  • Kochrezepte werden den Kindern als Piktogramme vermittelt. Schrittweise Anleitung mit Symbolen und Zahlen für Mengen, die von links nach rechts gelesen werden, sind erste Leseübungen.
  • Begriffsbildung in der Sprachbildung setzt manuelles „Begriffen-haben“ voraus. Die vielfältigen manuellen Tätigkeiten, der Umgang mit unterschiedlichen Lebensmitteln, erweitern den Wortschatz der Kinder.
  • Verschiedene Konsistenzen der Lebensmittel fördern die Mundmotorik und sind somit vorbereitend für eine gute Sprachentwicklung.
  • Die Wertschätzung im Umgang mit Lebensmitteln, das gemeinsame Gärtnern, das Zubereiten von Speisen, sowie das gemeinsame genussvolle Essen sind wichtige Voraussetzungen für den wertschätzenden Umgang mit der Natur.

Mitgehört aus Kindermund:
„Komm, wir gehen mal zusammen was trinken!“
Vor der Obstsnackrunde: „Wann schnecken wir heute?“