Förderung der Bewegung

Die Bewegung gehört zu den „3B“ (- Bindung/Beziehung, vor- Bereitete Umgebung und – Bewegung), die die Konzeption vereinfacht zusammenfassen und ist somit ein Schwerpunkt unserer Ausrichtung. Auch im Bildungsbereich „Bewegung“ wird deutlich, wie klug und wissend  Kinder ihre Entwicklung beeinflussen, sie nutzen alle Möglichkeiten dazu mit großer Freude. 

Bewegungserfahrung ist Welterfahrung. Die Kinder erfahren ihren „Körper über die Welt“ und „nehmen die Welt über den Körper wahr“ wahr.

Bewegung und Spiel sind untrennbar miteinander verbunden und existenziell für ein gesundes Aufwachsen. Indem die Kinder ihren natürlichen Drang nach Bewegung ausleben, selbstbestimmt handeln und vielfältige Wahrnehmungs- und Bewegungsmöglichkeiten mit ihrem gesamten Körper und allen Sinnen selbst erfahren, setzen sie sich mit Freude 

  • mit sich selbst, 
  • ihrer materiellen, sowie 
  • sozialen Umwelt auseinander.

Elfriede Hengstenberg mit ihren Erkenntnissen beobachtete schon zu ihrer Zeit (1892-1992) den Zusammenhang und den wechselseitigen Einfluss, von körperlicher und seelisch-geistiger Balance und machte dies zum Grundsatz ihrer Bewegungsangebote. 

Auch mahnte sie Pädagogen, die Kinder mit zu viel Lob oder Kritik zu stören, da das Kind selbst wisse, was es für seine Entwicklung brauche und bei guten Möglichkeiten auch ansteuere. Sogenannte Handreichungen und Kinder in Positionen zu bringen, die sie selbstständig und selbsttätig erreichen könnten, sind unerwünscht. Erwachsene würden durch ihre Einmischungen/“Unterstützungen“ diesen individuellen Vorgang stören und das Kind von ihrer Begleitung abhängig halten.

Professorin Dr. Renate Zimmer, Dozentin an der Universität Osnabrück lehrt, prägte den Grundsatz unseres Bildungsverständnisses und unserer Bewegungsangebote: „Begreifen geschieht durch Begreifen“. Mit mehr als 40 Büchern und anderen Veröffentlichungen zum Thema „Bewegung in Theorie und Praxis“ bereichert sie seit Jahrzehnten Kindertageseinrichtungen und Schulen. Mit namhaften Gehirnforschern und anderen Wissenschaftlern stimmt sie überein: Neben einer emotional freudigen Atmosphäre brauchen Kinder maßgeblich vielfältige Bewegungs- und sinnliche Körpererfahrungen, um neuronale Vernetzungen des Gehirns aufzubauen. Diese sind Voraussetzungen für ihre Gesamtentwicklung, wie z.B.

  • die sprachliche Entwicklung,
  • die geistige/ kognitive Entwicklung (Konzentrationsfähigkeit, mathematisches Denken, etc.),
  • die sozial-emotionale Entwicklung und  
  • auch die Schulfähigkeit und schulisches Lernen usw.

Dadurch erhält die Bewegung eine außerordentliche Bedeutung für die ganzheitliche und individuelle Persönlichkeitsentwicklung eines jeden Kindes. Um den Kindern diese Möglichkeit zu geben, in und durch Bewegung zu lernen, bieten die pädagogischen Fachkräfte im campus kinderhaus viele Bewegungsgelegenheiten an.

Zum Beispiel freies Experimentieren und Bewegen

  • in den Gruppenräumen, 
  • in einem Bewegungsraum für die jüngeren Kinder, 
  • in der Eingangshalle (besonders für die Älteren), 
  • in „der Baustelle“.
  • auf dem Außengelände, der Kindergartenumgebung und

Aufbauten in der „Bewegungsbaustelle“, die von den Kindern selbstständig und selbsttätig erforscht, mitgestaltet und auch weiterentwickelt werden können. Hier werden motorische Grundfertigkeiten und deren Koordination vielfältig angesprochen, z.B. Springen aus unterschiedlichen Höhen, Balancieren, Klettern, Rutschen, sich in Höhlen einrichten, Straßen bauen und mit Fahrzeugen befahren. 

Den Kindern stehen Pikler- und Hengstenberg-Materialien und viele andere Bewegungsmaterialien, sowie Alltagsgegenstände zur Verfügung. Sie bieten umfassende Möglichkeiten, „Bewegungsbaustellen/Landschaften“ in eigenem Zeitmaß und eigener Dynamik selbst zu erbauen. Sie geben Raum für Bewegungsfreude und Geschicklichkeit.

Hierbei orientieren sich diese „Baustellen/Landschaften“ an Fähigkeiten, Interessen und Entwicklungsbedürfnissen der Kinder und – ihren Phantasiethemen: „Kletterwald“, „Bergsteigen“, „Wackelwelt“, „Zirkus“, „Zeltstadt“, „Ausflug in den Zoo“, usw.  Seitens der pädagogischen Fachkräfte wird besonders die Mitgestaltungsfreude und der Explorationswunsch des Kindes berücksichtigt.

Im campus kinderhaus finden auch geplante „Bewegungsstunden“ in altershomogenen Kleingruppen statt, die, z.B. Materialerkundungsphasen mit z.B., Zeitungen, Tüchern, Seilen, usw, gemeinsamen Bewegungs- und Entspannungsphasen, Musikerfahrungen und Tanzen, Gruppenspiele, und vieles mehr ermöglichen.

Bewegungszeit mit psychomotorischer und motopädischer Ausrichtung ist ein wöchentliches Angebot für eine Kleingruppe. 

Weitere Angebote zu Bewegungserfahrungen, 
besonders auch zur Feinmotorik der Hände:

Im Kreativatelier gibt es Angebotezu ausgiebigen feinmotorischen Erfahrungen beim Experimentieren und Gestalten mit vielfältigen Materialien, wie z.B. durch Knet- und Matschmöglichkeiten, vielseitigen Malmaterialien, Papieren und Altmaterialien. Auch der Themenbereich des „Werkens“ ist in Entwicklung.

In der Küche ist die Zubereitung von Speisen und das Backen ein bei Kindern beliebtes Angebot. (Kinder nutzen diesen vielfältigen Bildungsort besonders gerne, weil sie wissen, was sie für ihre Entwicklung brauchen…)

An unterschiedlichen Orten in der gesamten Einrichtung unterstützen Angebote mit diversen Konstruktionsmaterialien die feinmotorische und großmotorische Entwicklung. Dazu bieten sich auch

auf dem Spielplatz und im Garten zahlreiche Möglichkeiten zum ausgiebigen Bewegen, Gärtnern, Experimentieren mit Sand- und Wasser, mit Baumaterialien (Holzbrettern, Rohren, usw.) und mit Fahrzeugen aller Art.